News-Archiv 2015

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2016

12/2015 - Das Team der Steuerberatungskanzlei Huesmann & Pfingstmann wünscht allen Mandanten, Kunden, Geschäftspartnern und Freunden eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir freuen uns auf viele weitere nette Kontakte im kommenden Jahr.



Sofortrente: Nur zwei Angebote sind „gut“

12/2015 - Reichen im Alter die lebenslangen Einkommensquellen nicht aus, zahlen Kunden oft zu Beginn des Ruhestands eine größere Summe an einen Versicherer und bekommen dafür eine lebenslange Rente. Kunden müssen etwa 90 Jahre alt werden, wenn sie sicher sein wollen, dass der Versicherer ihnen insgesamt mehr an monatlicher Rente auszahlen wird als sie eingezahlt haben. Die Stiftung Warentest hat 32 Renten gegen Einmalbetrag getestet. Nur zwei Angebote sind „gut“. Die Ergebnisse sind in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht.

Eine Sofortrente ist für die Ruheständler sinnvoll, die keine anderen ausreichenden lebenslangen Einkommensquellen etwa durch die gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Mieteinnahmen haben. Wichtig: Kunden sollten ihre Lebenserwartung positiv einschätzen. Denn selbst beim Testsieger übersteigt die Rente erst nach etwa 24 Jahren den Einsatz. Zahlt ein Kunde mit 65 Jahren 100.000 Euro ein, wird ihm eine monatliche Mindestrente von 338 Euro garantiert, egal wie alt er wird. Die drei Versicherer mit der niedrigsten garantierten Rente zahlen nur 314 Euro im Monat, also 288 Euro weniger im Jahr.

Neben der garantierten Mindestrente erhalten Kunden Überschusszahlungen, die der Versicherer mit dem eingezahlten Kapital erwirtschaftet. Die Finanztest-Experten raten zu einer volldynamischen Überschussvariante. Hier kann die Rente nur steigen, aber nie sinken. Ebenso empfiehlt Finanztest vor Abschluss einer Sofortrente die Alternativen Rürup-Rente – für besser verdienende Selbstständige – und Einmalzahlung in die gesetzliche Rente – z.B. für Beamte – in Betracht zu ziehen.

 



Neuer Zwanziger ist da

12/2015 - Ab sofort kommt die neue Zwanzig-Euro-Banknote aus dem Geldautomaten. Und: Sie sei sicherer denn je, so Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Schließlich handele es sich um einen der meist gefälschten Geldscheine (auch wenn das Falschgeldaufkommen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau bleibe). Jetzt würden die alten – noch im Umlauf befindlichen – 3,3 Milliarden 20-Euro-Scheine sukzessive durch den Neuzugang aus der Europa-Serie ersetzt. Dieser habe noch mehr Sicherheitsmerkmale, als die schon eingeführten fünf- und 10-Euro-Banknoten. Besonders das neue Sichtfenster mit dem Antlitz der Göttin Europa, das transparent im Gegenlicht erscheint, solle den Fälschern das Leben schwer machen.

4,3 Milliarden der neuen Scheine seien gedruckt. Wie aber erkennt man, ob eine Banknote echt ist, oder nicht? Der Bankenverband rät: Am besten sucht man sich gleich mehrere Merkmale aus, die man mit dem Prinzip „Sehen, Fühlen, Kippen“ diskret überprüft: Hat er ein Hologramm, trägt er die neue Smaragdzahl auf der Vorderseite unten links (nur die Banknoten der Europa-Serie), erscheint die Göttin Europa als Wasserzeichen, wenn man den Schein gegen das Licht hält? Wandert der Lichtstreifen beim Kippen des Scheins über die Smaragdzahl? Changiert das Hologramm, erscheint die Europa im neuen, transparenten Sichtfenster?

Wenn man sich unsicher sei, solle man Sie die Annahme der Banknote verweigern, so der Bundesverband deutscher Banken in einer Pressemitteilung. Kommt einem eine Banknote komisch vor, die sich bereits im eigenen Portemonnaie befindet, könne man bei seiner Hausbank nachfragen. Wer Falschgeld in die Hände bekomme, solle sofort die Polizei rufen, so der Bankenverband. Auf keinen Fall solle das Geld weitergegeben werden. Man könne sich strafbar machen. Auch wenn es für Falschgeld keinen Ersatz gebe.



Druck, Geld und Arbeit stressen die Deutschen

12/2015 - „Kein Stress!“ Diese Aussage hört man häufig. Was aber sind Hauptursachen von Stress im Alltag? Fast ein Viertel der Befragten in Deutschland gibt an, sich selbst unter Druck zu setzen. Das zeigt eine aktuelle GfK-Umfrage in 22 Ländern. Im internationalen Durchschnitt sind vor allem das zur Verfügung stehende Geld, der Druck, den mach sich selbst macht, und Schlafmangel Faktoren, die den Befragten Stress bereiten.

Im Sommer 2015 wurden in einer Online-Studie von GfK mehr als 27.000 Verbraucher zum Thema Stress befragt. Die Studie fand damit noch vor den aktuellen Terroranschlägen in Paris statt. Alle Befragten wählten dabei aus einer Liste unterschiedliche Hauptursachen von Stress aus – darunter beispielsweise Schlafmangel, Arbeitsbelastung, Geld oder Gesundheit.

Der am häufigsten genannte Grund für Stress ist bei den deutschen Befragten der Druck, den sie sich selbst machen (23 Prozent). Rund 19 Prozent geben als wichtigen Stressfaktor das Geld an, das ihnen zur Verfügung steht. Auch wenig Schlaf und die tägliche Arbeitsbelastung werden von jeweils 15 Prozent der Verbraucher genannt. Dicht gefolgt von der Aussage, nicht genug Zeit für Dinge zu haben, die man gerne machen will.

Die Länderdurchschnittswerte zeigen ebenfalls, dass diese fünf Hauptursachen am häufigsten genannt werden – die Reihenfolge weicht hier jedoch leicht vom deutschen Ranking ab: Rund 29 Prozent aller Befragten macht das Geld zu schaffen, das ihnen zur Verfügung steht, gefolgt von 27 Prozent, die sich selbst unter Druck setzen. Schlafmangel landet auf dem dritten Platz (23 Prozent), während die Ursachen, zu wenig Zeit für Dinge zu haben, die man wirklich machen will, und die tägliche Arbeitsleistung von 22 beziehungsweise 19 Prozent genannt werden.

So ähnlich sich männliche und weibliche Befragte in Deutschland sind, wenn es um die Top 5 Hauptursachen von Stress geht, desto mehr Unterschiede ergeben sich bei den einzelnen Altersgruppen. Befragte zwischen 15 und 39 Jahren sowie Befragte zwischen 50 und 59 Jahren nennen beispielsweise als häufigsten Hauptfaktor für Stress den Druck, den sie sich selbst machen. Die 40 bis 49-Jährigen sind eher von der täglichen Arbeitsbelastung gestresst. Und Verbrauchern ab 60 Jahren bereitet das Geld, das ihnen zur Verfügung steht, am häufigsten Stress.

Das Thema Gesundheit spielt vor allem bei Befragten ab 50 Jahren eine Rolle und schafft es hier sogar in die Top 5. Im Gegensatz dazu landet bei den Altersgruppen zwischen 15 und 49 Jahren der Grund „Keine Zeit für Dinge zu haben, die man machen will“ in den Top 5.


Deutsche sparen durchschnittlich 166 Euro im Monat

11/2015 - Trotz Dauerniedrigzinsen halten die Deutschen am Sparen fest. Zwei Drittel der Bundesbürger legen mindestens einmal im Monat Geld zurück. Durchschnittlich sparen sie dabei 166 Euro im Monat. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern: Während Männer im Durchschnitt 201 Euro auf die hohe Kante legen, sind es bei den Frauen nur 128 Euro. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der norisbank unter rund 1.000 Befragten anlässlich des Weltspartags. Obwohl Deutschland nach wie vor eine Nation von Sparern ist, glauben 40 Prozent der Befragten, weniger Geld zurück zu legen als die Elterngeneration. Zudem ist der großen Mehrheit der Deutschen bewusst, dass ihnen Sparen derzeit kaum Rendite bringt. Dennoch sagen zwei von drei Befragten, dass sich Sparen zurzeit zwar nicht lohne, es aber dennoch besser sei, als Geld für überflüssige Dinge auszugeben.

Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) hat ein Sparbuch bzw. Sparkonto. Jeder Dritte nutzt ein Tagesgeldkonto (33 Prozent). Für einen längerfristigen Bausparvertrag entscheidet sich ebenfalls jeder dritte Deutsche (32 Prozent). Festgeldkonten (15 Prozent), Sparbriefe (vier Prozent) oder Bundeswertpapiere (drei Prozent) werden aktuell dagegen selten nachgefragt. Auffällig: 34 Prozent der Bundesbürger bringen ihr Erspartes nicht zur Bank, sondern verwahren es zu Hause im Sparschwein.



Check des Fondsdepots: Welche Klassiker noch top sind

11/2015 - Wer sein Depot regelmäßig überprüft, steigert seine Chancen auf Gewinne. Die Zeitschrift Finanztest hilft in ihrer November-Ausgabe mit einer umfassenden Tabelle, die alle Aktienfonds Welt enthält, die irgendwann in den vergangenen fünf Jahren empfohlen wurden. Dabei sind aktiv gemanagte Fonds sowie Indexfonds. Die Finanzexperten der Stiftung Warentest haben alle Fonds bewertet und geben Tipps, welche Fonds Anleger behalten sollten und wann sich der Wechsel in andere Fonds lohnt. [ zum Testbericht ] Die Qualität gemanagter Fonds ändert sich, deshalb ist die regelmäßige Kontrolle wichtig. Bei der Überprüfung sollte man zunächst schauen, ob der Mix aus Aktienfonds und sicheren Anlagen noch stimmt. Dann geht es an die Einzelfondsprüfung, bei der die Finanztest-Bewertung hilft. Fonds mit der Bestbewertung von fünf Punkten hatten mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent nach einem Jahr immer noch fünf oder zumindest vier Punkte. Fonds mit der schlechtesten Bewertung von einem Punkt waren mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent auch ein Jahr später noch bei einem Punkt oder sogar ganz aus der Bewertung geflogen. Anleger sollten nicht davor zurückscheuen, ein schlechtes Investment zu beenden. Als Alternative empfiehlt Finanztest gut bewertete aktiv gemanagte Fonds oder marktbreite ETF (Indexfonds).


Deutsche reisen gerne sicher

11/2015 - Deutsche schätzen das eigene Land und meiden unsichere Urlaubsziele. Das Sicherheitsgefühl im eigenen Land und die schöne Landschaft sind die wichtigsten Gründe für Deutschland als Reiseziel Nummer eins. Als Verkehrsmittel in den Urlaub werden Auto, Bus oder Bahn meist aus praktischen Gründen gegenüber dem Flugzeug bevorzugt. Das sind die Ergebnisse der Studie „Reiseverhalten“ des GfK Vereins, die jetzt veröffentlicht wurden.

Wenn es an die Urlaubsplanung geht, setzen die Deutschen auf Bewährtes: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) zieht die Heimat für ihren Urlaub ernsthaft in Betracht. Damit liegt Deutschland an der Spitze der Reiseziele. Die Studie des GfK Vereins, für die rund 1.000 Personen in Deutschland befragt wurden, zeigt aber auch: Wer sich für einen Urlaub im eigenen Land entscheidet, legt Wert auf Sicherheit. „76 Prozent der Befragten schätzen Deutschland als sicheres Reiseland“, erklärt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins. „Aber auch die schöne Landschaft in unserem Land ist für fast ebenso viele ein Grund in der Heimat Urlaub zu machen.“

Nach Deutschland finden sich mit Spanien (36 Prozent) und Italien (33 Prozent) zwei Urlaubsklassiker unter den Top-3-Urlaubszielen der Deutschen. Beide Länder werden in erster Linie wegen ihrer landschaftlichen Reize als Ziel ausgewählt.


Bund der Steuerzahler stellt 43. Schwarzbuch vor

10/2015 - Leuchtende Gullydeckel für 10.000 Euro, eine Friedhofs-App für 548.000 Euro und eine mindestens 850.000 Euro teure Weinlounge: Das 43. Schwarzbuch fasst Beispiele aus unterschiedlichen Themenbereichen quer durch die Bundesrepublik zusammen.
In der Hamburger HafenCity wird ein intakter Radweg, der erst vor drei Jahren auf dem Bürgersteig gebaut worden war, für 444.000 Euro auf die Straße verlegt. In NRW hat die Landesregierung ein „Effizienzteam“ damit beauftragt, den Haushalt nach Einsparpotenzialen zu durchforsten. Dieser Suchprozess kostete 1,8 Millionen Euro – umfassende Einsparvorschläge lieferte das Gremium aber nicht. Auch Kostenexplosionen, Fehlplanungen und teure Politikwerbung stehen auf der Agenda des Bundes der Steuerzahler (BdSt), der insgesamt 133 exemplarische Fälle auf allen staatlichen Ebenen recherchiert hat. Darüber hinaus dokumentiert das Schwarzbuch durch zahlreiche Erfolgsfälle, wie der Verband dank konsequenter Kritik Steuergeld retten konnte. Bei der Präsentation stellte BdSt-Präsident Reiner Holznagel nachdrückliche Forderungen an Politik und Verwaltung und legte konkrete Lösungsvorschläge vor.

Für das diesjährige Sonderkapitel beleuchtet der Bund der Steuerzahler das Prinzip der Misch- und Kofinanzierungsprogramme, das Steuergeldverschwendung begünstigt. Denn wenn mindestens zwei staatliche Ebenen – Bund, Länder, Kommunen oder EU – Projekte gemeinsam finanzieren, wird es für die Bürger oft teuer. Beispiele sind der Bundesfernstraßenbau, der Personennahverkehr sowie Ausgaben für Bildung und Forschung.

Das Schwarzbuch 2015 benennt die wesentlichen Risiken: Bei zahlreichen Misch- und Kofinanzierungen ist unklar, wer für ein Projekt verantwortlich zeichnet. Die Akteure verfolgen teils unterschiedliche Interessen – teure Doppelstrukturen und lange Entscheidungsprozesse sind die negativen Folgen. „Jede staatliche Ebene hat nur ihren eigenen Finanzierungsanteil vor Augen, den sie für das Projekt aufbringen muss“, benennt BdSt-Präsident Reiner Holznagel das Kernproblem. „Die Chance auf eine vernünftige Gesamtbetrachtung von Kosten und Nutzen wird vertan – und es werden Fehlanreize geschaffen.“ Holznagel fordert: „Alles aus einer Hand! Dafür müssen Kompetenzen bei derjenigen Gebietskörperschaft gebündelt werden, die für die jeweilige Aufgabe zuständig ist.“ Die Verschwendungsfälle offenbaren, dass der öffentlichen Hand das Geld oft zu locker sitzt. Die Steuereinnahmen steigen seit Jahren, viele öffentliche Kassen sind prall gefüllt. Das verleitet die Politik dazu, falsche Prioritäten bei ihren Ausgaben zu setzen. „Unser Steuergeld wird oft für nebensächliche Dinge ausgegeben“, kritisiert der BdSt-Präsident. „Deutschland hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Verschwendungsproblem!“ Das Schwarzbuch im Internet: www.schwarzbuch.de



Sind Winterreifen Pflicht?

10/2015 - Die Winterreifensaison steht an: Von Oktober bis Ostern sollten Autobesitzer ihr Fahrzeug mit schnee- und eisfester Bereifung ausstatten, um von plötzlichem Schneefall und spiegelglatten Fahrbahnen nicht "kalt erwischt" zu werden. Trotzdem zögern viele den Wechsel auf Winterreifen möglichst lange hinaus bzw. rüsten ihr Auto überhaupt nicht um. Doch übernimmt bei einem Glatteis-Unfall mit Sommerreifen die Versicherung den Schaden? Die NÜRNBERGER Versicherung klärt in einer Pressemitteilung auf:

Seit 2010 regelt in Deutschland die Straßenverkehrsordnung, dass Autofahrer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit sog. Matsch- und Schnee-Reifen (M+S Reifen) unterwegs sein müssen. Das können sowohl Winter- als auch Ganzjahresreifen mit dem M+S Symbol sein. Dabei gilt eine vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe von 1,6 mm - auch bei Sommerreifen. Wer doch bei Schnee und Eis mit Sommerreifen fährt, riskiert ein Bußgeld von 60 EUR und 1 Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Behindert man andere Verkehrsteilnehmer, werden sogar 80 EUR und 1 Punkt in Flensburg fällig. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen sein Auto mit Sommerreifen nicht bewegt, begeht auch keine Ordnungswidrigkeit.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt grundsätzlich berechtigte Schadenersatzansprüche des Unfallgegners, auch wenn im Winter Sommerreifen aufgezogen sind. Ist aber der geschädigte Unfallgegner seinerseits mit ungeeigneter Bereifung gefahren, haftet er unter Umständen mit - und das kann sich auf den Schadenersatz auswirken. Die NÜRNBERGER weist darauf hin: Man könnte auch selbst als Unfallgegner betroffen sein. Die Vollkaskoversicherung reguliert die Schäden am eigenen Fahrzeug. Diesen Schutz kann verlieren, wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit der falschen Bereifung unterwegs ist. Denn spielen bei einem Unfall ungeeignete Reifen eine Rolle, könnte dem Fahrer grob fahrlässiges Handeln vorgeworfen werden. Der Kaskoversicherer ist dann gegebenenfalls berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis zu kürzen (nach § 81 Absatz 2 Versicherungsvertragsgesetz).


ADAC-Winterreifentest 2015

10/2015 - Viele Reifenhersteller nehmen leichte Schwächen bei Nässe in Kauf, um die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte auf Schnee und Eis, trockener Fahrbahn sowie bei Rollwiderstand und Verschleiß zu verbessern. Das ist das Ergebnis des Winterreifentests 2015 von ADAC und Stiftung Warentest. Das ADAC-Urteil "gut" wurde fünfmal vergeben. Mit 25 von 35 getesteten Modellen erhielt ein Großteil der Produkte das Urteil "befriedigend". "Ausreichend" gab es einmal, mit "mangelhaft" wurden vier Modelle bewertet. Wer beim Reifenkauf Preise vergleicht und seine Fahrgewohnheiten berücksichtigt, kann auch bei neuen Modellen ein Schnäppchen machen.

Die Hersteller haben bei der Entwicklung neuer Pneus mit einem Zielkonflikt zu kämpfen, weil ein bestmögliches Abschneiden bei Nässe physikalisch im Widerspruch zu praktisch allen anderen Leistungsmerkmalen eines guten Winterreifens steht. Ein Beispiel: Während für ein optimales Verhalten bei Nässe tiefe längliche Rillen im Reifen nötig sind, die ein Aufschwimmen des Fahrzeugs bei Nässe verhindern, sind für gute Griffigkeit auf Schnee eher Querrillen gefragt. Tiefe Längsrillen für Nässe stehen außerdem im Konflikt zu stabilem Kurvenverhalten auf trockener Fahrbahn. Im Ergebnis entwickeln die Hersteller ausgewogene Reifen ohne Leistungsspitzen bei einzelnen Kriterien, die im Winterreifentest des ADAC daher eher durchschnittlich abschneiden.

Besonders ausgewogen und auf hohem Niveau sind bei den Winterreifen in der Dimension 165/70 R14T (Kleinwagen, zum Beispiel VW Polo) der Goodyear UltraGrip 9 und der Michelin Alpin A4, die beide mit der Gesamtnote 2,2 ("gut") bewertet werden. Der Goodyear UltraGrip 9 erreicht die Bestnote bei Nässe und verursacht einen geringen Spritverbrauch, der Michelin Alpin A4 erzielt im Verschleiß die höchste Laufleistung. Mit der Gesamtnote 2,3 ("gut") hat außerdem der Dunlop Winter Response 2 abgeschnitten, der Bestnoten auf Schnee und Eis sowie beim Spritverbrauch erzielte. Bei den Winterreifen der Dimension 205/55 R16H (untere Mittelklasse, zum Beispiel VW Golf) hat der Continental ContiWinterContact TS 850 mit der Gesamtnote 2,0 ("gut") abgeschnitten. Er erzielte Bestnoten bei Nässe, Schnee und beim Verschleiß. Ebenfalls mit "gut" bewertet (Gesamtnote: 2,4) wurde der Yokohama W.drive V905 mit Bestnote auf trockener Fahrbahn.

Autofahrer, die ihre Fahrgewohnheiten kennen, können auch im großen Mittelfeld der mit "befriedigend" bewerteten Reifen ein passendes Produkt für ihre Zwecke finden. Pneus, die zum Beispiel etwas schwächer in den Kategorien Spritverbrauch oder Verschleiß abschneiden, eigenen sich dennoch gut für Zweit- oder Drittwagen, die auf kürzeren Strecken eingesetzt werden. Reifen mit leichten Schwächen bei Schnee und Eis sind für Autofahrer interessant, die in schneearmen Regionen zu Hause sind oder die grundsätzlich nicht auf winterlichen Straßen fahren. Die Modelle aus dem Mittelfeld sind häufig deutlich günstiger als die Pneus, die in der Bewertung die Note "gut" eingefahren haben.

Für den ADAC-Winterreifentest 2015 hat der Club gemeinsam mit der Stiftung Warentest 35 Winterreifenmodelle in den Größen 205/55 R16H (untere Mittelklasse, zum Beispiel VW Golf) und 165/70 R14T (Kleinwagen, zum Beispiel VW Polo) unter die Lupe genommen. Der Reifentest berücksichtigt wichtige Sicherheitskriterien wie das Fahr- und Bremsverhalten auf nasser und trockener Fahrbahn, bei winterlichen Straßenverhältnissen und Aquaplaning sowie Eigenschaften wie Geräuschpegel, Kraftstoffverbrauch, Höchstgeschwindigkeit und Verschleiß.


Nachhaltiges Anlegen

10/2015 - Der Sparkassen Broker bietet die breiteste Auswahl an Sparplänen auf "saubere" Fonds. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest, die für das Verbrauchermagazin Finanztest (9/2015) die Angebote von 18 Direkt- und Filialbanken sowie Fondsbanken miteinander verglichen hat. Demnach finden Anleger, die ihre Fonds nach ethisch-ökologischen Kriterien auswählen, beim S Broker mehr als 20 sparplanfähige Fonds und Indexfonds (ETFs), die unter anderem Rüstung, Kinderarbeit und Atomkraft konsequent ausschließen. Damit hat der zentrale Online-Broker der Sparkassen ein deutlich größeres Angebot als die Direktbanken im Test. Für alle "grünen" Fonds gibt es beim S Broker einen Rabatt von bis zu 100 Prozent auf den Ausgabeaufschlag.

"Viele unserer Kunden möchten sicher sein, dass sie nicht in Branchen investieren, die ethisch oder ökologisch problematisch sind. Für diese Anleger haben wir unser Sparplanangebot zielgerichtet um Fonds und ETFs erweitert, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und beispielweise Investitionen in erneuerbare Energien ermöglichen", so Gregor Berneiser, Senior Director Marketing- und Produktmanagement beim Sparkassen Broker. Auch bei seinem ETC-Sparplanangebot (Exchange Traded Commodities) setzt der S Broker verstärkt auf verantwortungsvolles Trading und schließt beispielsweise im Rahmen einer aktuellen Kooperation mit ETF Securities Produkte mit Agrar- oder Lebensmittelrohstoffen als Basiswert aus. Neben seinem Sparplanangebot auf aktiv gemanagte Fonds hat der S Broker insbesondere sein Angebot an passiven Sparplänen ausgebaut und gehört mit knapp 500 sparplanfähigen ETFs (Exchange Traded Funds) derzeit zu den führenden Anbietern am deutschen Markt.

Sparpläne sind ideal, um auch mit kleineren Geldbeträgen in Wertpapiere zu investieren - beim S Broker bereits ab monatlichen Sparraten von 50 Euro. Durch das regelmäßige Besparen mit gleich bleibenden Beträgen steigen Anleger im Endeffekt zu einem Durchschnittskurs ein und verringern so ihr Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein Einmalinvestment einzugehen. Die Rate kann jederzeit angepasst oder ausgesetzt werden. Auch über den Rhythmus der Rate entscheidet der Kunde selbst. Sparpläne haben zudem keine feste Laufzeit und sind deshalb eine besonders flexible Form der Geldanlage.

 


Betriebsrente punktet, wenn der Chef mitspielt

09/2015 - Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich für Angestellte fast immer, wenn der Chef etwas dazuzahlt. Das geht aus einem Vergleich des gemeinnützigen Online-Verbrauchermagazins Finanztip hervor. Die Experten haben drei gängige Formen der Altersvorsorge gegeneinander gerechnet: die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die private Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung. In einem Musterfall hat ein 35-jähriger gut verdienender Single für 28 Rentenjahre durch die Betriebsrente insgesamt sogar 10.000 Euro mehr als mit Riester.

Riester und Betriebsrente werden vom Staat attraktiv gefördert, haben dafür aber höhere Abgaben in der Rente. Bei der privaten, ungeförderten Altersvorsorge ist es genau umgekehrt. Daher haben die Experten von Finanztip anhand von 34 Profilen in einem Systemvergleich geprüft, für wen sich die staatliche Förderung für Riester und bAV lohnt und für wen die private Rentenversicherung die bessere Wahl ist.

Der Musterfall: Betriebsrente bringt 10.000 Euro mehr

In dem Vergleich von Finanztip lagen die drei geprüften Vorsorgeformen meist nicht weit auseinander - ähnlich niedrige Kosten für alle Verträge vorausgesetzt. Die betriebliche Altersvorsorge schnitt immer dann am besten ab, wenn der Arbeitgeber einen Anteil von etwa 20 Prozent dazu gibt. So viel spart er an Sozialabgaben, wenn der Arbeitnehmer Gehalt in Betriebsrente umwandelt. Für kinderlose Arbeitnehmer, die nicht mehr als 49.500 Euro brutto verdienen, lohnt die bAV selbst ohne Zuschuss. Wer Kinder hat oder mehr als 49.500 Euro verdient und nichts vom Arbeitgeber bekommt, der profitiert von Riester am meisten.

In einem exemplarischen Fall konnte ein 35-jähriger Single, der jährlich 54.000 Euro brutto verdient und 20 Prozent Zuschuss vom Chef erhält, mit der Betriebsrente zehn Prozent mehr rausholen als mit Riester. Bei einer Nettoeinzahlung von 800 Euro im Jahr erhält er im Alter von 67 im ersten Rentenjahr mit Riester 229 Euro netto monatlich, mit der bAV 253 Euro, also 24 Euro mehr. Bis er mit 95 Jahren stirbt, hat er mit der bAV garantiert rund 10.000 Euro netto mehr erhalten, als wenn er sich für Riester entschieden hätte.

Lebenslange Rente lohnt erst im hohen Alter

Lebenslange Renten lohnen sich laut Finanztip wahrscheinlich nur, falls man mindestens 90 Jahre alt wird. Nur wenn die Anbieter im Rentenalter hohe Überschüsse erwirtschaften, verbessert sich diese Bilanz. "Eine lebenslange Rente ist eine Wette aufs Alter: Man sorgt für den Fall vor, dass man sehr alt wird", erklärt Versicherungsexperte Saidi Sulilatu von Finanztip. Möchte man sich gar nicht für das hohe Alter absichern, dann empfiehlt Finanztip eine flexible Altersvorsorge auf Basis von kostengünstigen Indexfonds (ETFs). "Hier können Sie sich das Geld zu Rentenbeginn relativ steuergünstig auszahlen und es für das Alter selbst einteilen. Wenn im Todesfall vom Geld noch etwas da ist, freuen sich die Erben", sagt Sulilatu. Das Sparen über ETFs sei daher immer eine gute Alternative - besonders dann, wenn die Kosten für andere Verträge unklar sind.

Die Produktkosten entscheiden

Bei allen Verträgen ist es entscheidend, dass keine hohen Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen. "Hohe Kosten eines Produkts fressen die eventuellen Vorteile der staatlichen Förderung auf", sagt Sulilatu. Gerade bei der bAV seien die Kosten oft nicht transparent, sondern müssten über den Arbeitgeber erfragt werden. Die kostenlosen Online-Ratgeber von Finanztip nennen Verbrauchern günstige Produkte der Altersvorsorge.

Berufliche Ausbildung verlagert sich immer stärker in den Mittelstand

09/2015 - Die betriebliche Ausbildung verliert weiter an Zulauf und verlagert sich gleichzeitig immer stärker in die mittelständische Wirtschaft, wie eine aktuelle Analyse auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels ergibt. Die Zahl der Auszubildenden hierzulande ist seit Jahren rückläufig und liegt aktuell bei 1,36 Millionen (2014; zum Vergleich 2008: 1,61 Millionen). Den kleinen und mittleren Unternehmen ist es jedoch gelungen, die Zahl ihrer Auszubildenden in den letzten fünf Jahren zumindest konstant bei ca. 1,2 Millionen zu halten. Damit absolvieren mittlerweile 85 % aller Nachwuchskräfte ihre Berufsausbildung in einem mittelständischen Betrieb – ein Rekordwert!

„Die Mittelständler müssen bei sinkenden Schülerzahlen und gleichzeitig zunehmender Studierneigung nicht nur mit großen Konzernen, sondern auch immer stärker mit den Hochschulen um die Absolventen konkurrieren“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Dass es ihnen gegen den gesamtwirtschaftlichen Trend gelingt, die Zahl ihrer Azubis wenigstens konstant zu halten, ist überlebenswichtig: Für kleine und mittlere Unternehmen ist die betriebliche Ausbildung das zentrale Instrument zur Fachkräftesicherung!“

Für etwa zwei Drittel der mittelständischen Ausbilder sind laut aktueller KfW-Analyse attraktivere Ausbildungsplätze eine wichtige Wettbewerbsstrategie. 28 % haben bereits Maßnahmen ergriffen, weitere 35 % haben entsprechende Pläne. Und die Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um den jungen Leuten die Berufsausbildung schmackhaft zu machen: Sie nutzen beispielsweise soziale Netzwerke für das Personalmarketing, bieten eine Ausbildung in Teilzeit an oder integrieren zusätzliche Lehrinhalte. Auch materielle Anreize werden gesetzt, etwa durch Prämienzahlungen, Mietzuschüsse, Jobtickets oder Diensthandys.

„Im Zuge des demografischen Wandels werden der deutschen Wirtschaft immer weniger Schulabsolventen zur Verfügung stehen. Flankierend zu den Bemühungen der Unternehmen ist es daher wichtig, das Ausbildungssystem zukunftsfest zu machen, um drohende Fachkräfteengpässe in nichtakademischen Berufen abzufedern“, sagt Dr. Jörg Zeuner. Ansätze seien etwa eine verbesserte Kompetenzfeststellung und Nachqualifizierung von jungen Menschen ohne Berufsabschluss und Zuwanderern. „Auch eine höhere Durchlässigkeit zwischen Studium und Berufsausbildung ist notwendig. Denn die hohe Studierneigung bringt Reibungsverluste mit sich – mehr als jedes vierte Bachelor-Studium wird abgebrochen.“


Windows 10: So gut ist das neue System

09/2015 - Mit Windows 10 macht Microsoft vieles anders und versucht, das Beste aus den beiden Vorgängerversionen Windows 7 und Windows 8 zu vereinen. Neue Funktionen sollen zudem den Arbeitsalltag am Computer oder Tablet vereinfachen. Dennoch kann es sich lohnen, mit dem Umstieg zu warten, so das Fazit der Stiftung Warentest auf ihrem Onlineportal test.de. Außerdem warnen die Tester vor möglichen Problemen beim Datenschutz.

Erstmals bekommen Nutzer das neue Windows gratis, wenn sie bereits Windows 7 oder Windows 8.1 installiert haben. Der Nutzer kann sich die neue Version über die Funktion Windows Update bis zum Juli 2016 reservieren. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, mit dem Upgrade noch zu warten, bis sich Windows 10 weiterentwickelt hat. Es punktet zwar mit einigen spannenden neuen Funktionen, doch noch nicht alle davon funktionieren reibungslos. So verweist die Spracherkennung Cortana bei den meisten Fragen an eine Suchmaschine. Das Kopieren eines 100 Megabyte-Ordners, in dem viele kleine Dateien abgespeichert waren, dauerte auf dem Windows-10-Testrechner doppelt so lange wie mit Windows 7. Und es ist noch nicht erwiesen, wie gut ältere Software von dem neuen System unterstützt wird.

Problematisch sehen die Tester die Standardeinstellungen von Windows 10 beim Datenschutz. Wer bei der Installation die Express-Einstellungen akzeptiert, nimmt in Kauf, dass der Rechner Kontakt- und Kalenderdetails, den Standort und eine Werbe-ID an Microsoft sendet. Besser ist es, die Option „Einstellungen anpassen“ zu wählen und diverse Einstellungen selber vorzunehmen. Das geht auch nach der Installation noch.

Das Fazit der Tester: Das neue Windows 10 ist eine sinnvolle und arbeitserleichternde Weiterentwicklung von Windows 7 und 8, es kann sich aber lohnen, mit dem Herunterladen des Updates noch zu warten, bis sich Windows 10 weiterentwickelt hat.

Der ausführliche Test inklusive Videos ist kostenfrei unter www.test.de/windows10-special abrufbar.


Endpreise für Flüge sind anzugeben

08/2015 - Bei jeder Angabe von Flugpreisen sind Endpreise anzugeben. Zwingend anfallende Steuern, Gebühren oder Kerosinzuschläge sind von vornherein in den Preis einzurechnen. Das gilt auch bei tabellarischen Übersichten von verschiedenen Flugangeboten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG entschieden.

Mit seinem Urteil setzt der BGH die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 15. Januar 2015 um. Der EuGH hatte grundsätzliche Feststellungen zur Auslegung der europäischen Luftverkehrsdiensteverordnung (VO 1008/2008) getroffen.
Pflicht zur Endpreisangabe: Danach ist der Endpreis bereits bei der erstmaligen Angabe von Preisen auszuweisen und für jeden angezeigten Flug anzugeben. Sinn und Zweck der Verordnung sei es, dass Kundinnen und Kunden die Preise verschiedener Luftfahrtunternehmen für Flugdienste effektiv vergleichen können. Demnach bestehe die Pflicht zur Endpreisangabe zu jedem Zeitpunkt.

Der vzbv hatte gegen das Unternehmen Air Berlin geklagt, weil in einer Tabelle im Internet mit mehreren Flugpreisen geworben wurde, aber nur für einen Flug der endgültige Preis einschließlich Steuern und Gebühren angegeben war. Um zu erfahren, was weitere Flüge einschließlich Steuern, Gebühren und Zuschlägen kosteten, mussten die Verbraucher die einzelnen Flüge anklicken. Der vzbv hatte in der Preisdarstellung des Unternehmens einen Verstoß gegen die europäische Luftverkehrsdienste-Verordnung gesehen.

Nachdem vor dem Landgericht Berlin und dem Kammergericht positive Urteile zugunsten des vzbv ergangen waren, hatte der BGH das Verfahren ausgesetzt und dem EuGH Fragen zur Auslegung der Verordnung vorgelegt. Nach Entscheidung über die Vorlagefragen durch den EuGH erging nun vor dem BGH die endgültige Entscheidung in dem konkreten Rechtsstreit.

Der vzbv geht davon aus, dass das Urteil von der gesamten Branche berücksichtigt werden wird. „„Der Preisvergleich wird für die Verbraucher jetzt einfacher werden.“, sagt Helke Heidemann-Peuser, Teamleiterin Rechtsdurchsetzung beim vzbv. „Die beworbenen Preise dürfen sich nur erhöhen, wenn die Kunden freiwillige Zusatzleistungen in Aspruch nehmen, beispielsweise eine Reiseversicherung oder eine Sitzplatzreservierung.“


Gefälschte Mieterauskunft kann zur Kündigung führen

08/2015 - Ehe sie die Zusage des Eigentümers erhalten, müssen Mieter häufig Selbstauskunftsformulare ausfüllen. Dabei sollte man tunlichst nicht lügen, denn solche Unwahrheiten können sich später nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS bitter rächen. Der Vermieter darf in gravierenden Fällen sogar die fristlose Kündigung aussprechen. (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen VIII ZR 107/13)

Der Fall: Vor Vertragsabschluss bestand ein Wohnungseigentümer auf der Abgabe einer so genannten "Vorvermieterbescheinigung". In diesem Formular ging es um die Dauer des vorherigen Mietverhältnisses, aber auch darum, ob diese Miete regelmäßig bezahlt worden sei. Der Interessent gab an, er sei über einige Jahre hinweg seinen vertraglichen Pflichten stets nachgekommen. Das stimmte nicht, wie sich längere Zeit nach Abschluss des aktuellen Mietvertrages herausstellte. Der Eigentümer kündigte daraufhin fristlos. Es handle sich hier um eine erhebliche Vertragsverletzung, die eine Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar mache.

Das Urteil: Eine gefälschte Vorvermieterbescheinigung reiche als Kündigungsgrund aus, entschieden die Richter des Bundesgerichtshofs. Fragen nach Person und Anschrift des Vorvermieters sowie nach Dauer und Erfüllung des Vertragsverhältnisses seien "grundsätzlich geeignet, sich über die Bonität und Zuverlässigkeit des potentiellen Mieters ein gewisses Bild zu machen". Die Fragen beträfen nicht den persönlichen oder intimen Lebensbereich und seien deswegen zulässig. Selbstverständlich müssten sie auch korrekt beantwortet werden.


Mehrheit der Deutschen sieht eigenes Zuhause als sichere Altersvorsorge

08/2015 - Die gesetzliche Rente reicht in den meisten Fällen nicht aus, um den aktuellen Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Laut der Deutschen Rentenversicherung lag das Standardrentenniveau zuletzt bei etwa 48 Prozent. Das bedeutet, die Durchschnittsrente nach 45 Versicherungsjahren beträgt nur etwa die Hälfte des Durchschnittseinkommens der Erwerbstätigen im selben Jahr.

Ein Großteil der Deutschen muss privat vorsorgen - das zeigt auch der aktuelle "Trendindikator 2015", eine Umfrage von TNS Infratest unter anderem im Auftrag der Landesbausparkassen. Rund 70 Prozent der Befragten geben demnach an, privat vorsorgen zu müssen. Jeder Dritte hat indes Angst vor Altersarmut - dennoch schieben fast ebenso viele das Thema Vorsorge auf die lange Bank.

Ein Gefühl der Sicherheit vermittelt den meisten eine Immobilie: Die Mehrheit der Befragten (78 Prozent) sehen die eigenen vier Wände als sichere Altersvorsorge an - und Bausparen als ersten Schritt ins Eigenheim. Besonders gut fürs Alter gerüstet fühlen sich jene, die schon im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung leben. So empfinden 90 Prozent der Eigentümer ihre selbst genutzte Immobilie als gute Altersvorsorge. Und auch rund 70 Prozent der Mieter sehen in den eigenen vier Wänden eine zuverlässige Perspektive.

"Eine Immobilie ist eine Investition, die sich lohnt", sagt Joachim Klein von der LBS. "Sie ist die einzige Altersvorsorge mit Sofortwirkung, denn der Eigentümer kann die Vorteile seiner eigenen vier Wände bereits ab dem Tag des Einzugs genießen: Das Eigenheim befreit von Mietzahlungen, schafft Unabhängigkeit und individuelle Gestaltungsfreiheit und kann zudem vererbt werden - eine gute Grundlage für die Generationenvorsorge."


25 Jahre Währungsunion

07/2015 - Vor 25 Jahren – am 1. Juli 1990 - trat die deutsch-deutsche Währungsunion in Kraft. DDR-Bürger im Alter von 14 bis 58 Jahren konnten bis zu 4.000 Ostmark eins zu eins in D-Mark tauschen, über 58 Jahre alte Ostdeutsche bis zu 6.000 Ostmark. Die Einführung der D-Mark wurde von der Bevölkerung in der DDR gefeiert. Was aber wäre aus 4.000 DM bis heute geworden, hätte man den Geldbetrag damals angelegt? Das wollte der Bundesverband deutscher Banken e.V. genau wissen und rechnete nach:

Das Ergebnis: Wer 1990 4.000 DM (umgerechnet 2.045 €) mutig in Aktienfonds mit deutschen Standardwerten investiert und bis heute nicht angetastet hätte, könnte inzwischen über einen Betrag von im Schnitt mehr als 10.000 € verfügen. Sein Einsatz hätte sich gut verfünffacht. Das entspricht einer jährlichen Rendite von ca. sieben Prozent. Bei einer Anlage in Aktienfonds die international investieren, wären aus 4.000 DM bzw. 2.045 € bis heute im Schnitt immerhin auch rund 10.000 € geworden. Die bei vielen Deutschen beliebten offenen Immobilienfonds schnitten dagegen weniger attraktiv ab. Hier hätte sich das Geld im Verlauf der vergangenen 25 Jahre im Schnitt auf etwa 6.500 € gut verdreifacht. Bei Rentenfonds wären, je nach Schwerpunkt des Fonds, bis zu etwa 8.000 € möglich gewesen. Die niedrigste Rendite brachte freilich das Sparbuch. Seit 1990 haben sich Geldbeträge auf Sparkonten, die nicht angerührt wurden, mit Zins und Zinseszins bis heute allenfalls verdoppelt.

Was kann man daraus lernen: Sparer sollten sich sehr genau überlegen, wie sie ihr Geld anlegen. Auf lange Sicht sind die Renditeunterschiede je nach Anlageform erheblich. Und: Wer langfristig orientiert ist, bereit ein gewisses Risiko einzugehen und Kursschwankungen ertragen kann, hat mit Aktienfonds höhere Renditechancen.


Mehrheit der Deutschen hat genug Freizeit

07/2015 - Eine GfK-Umfrage in 22 Ländern zeigt, dass die Mehrheit aller Befragten weltweit mit der Menge an Freizeit, die sie zur Verfügung haben, zufrieden ist. Während sich die USA im Ländervergleich am zufriedensten zeigen, belegt Deutschland den vierten Platz. In Deutschland ist die Mehrheit (66 Prozent) mit ihrer Menge an Freizeit zufrieden. Rund 22 Prozent davon sind es sogar voll und ganz. Nur 17 Prozent zeigen sich unglücklich – 4 Prozent davon geben an, damit überhaupt nicht zufrieden zu sein. Fast ein Viertel der in Deutschland befragten Jugendlichen ist mit der Menge an Freizeit, die sie zur Verfügung haben, unzufrieden. Rund 10 Prozent geben sogar an, überhaupt nicht damit zufrieden zu sein. Im Vergleich mit den übrigen Altersgruppen ist das der höchste Wert. Wenig überraschend: Je älter die Befragten werden, desto weniger geben sie an, unzufrieden mit der Menge an Freizeit zu sein. Während der Prozentwert bei den 30 bis 39-Jährigen noch bei 21 Prozent liegt, beträgt er bei Befragten ab 60 Jahren nur noch 2 Prozent.


Bund der Steuerzahler kritisiert Energiekompromiss

07/2015 - Der Bund der Steuerzahler (BdSt) kritisiert, dass der aktuelle Beschluss der Koalitionsspitzen zur Energiepolitik zulasten der Stromverbraucher gehe. Durch die geplante Stilllegung von Braunkohlekraftwerken und die verstärkte Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung würden die Stromkosten hochgetrieben. Doch schon jetzt müssten Haushalte in Deutschland den zweithöchsten Strompreis innerhalb der EU tragen. Im Durchschnitt zahle ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh rund 1.000 Euro im Jahr – davon seien mehr als die Hälfte staatliche Abgaben.

Eine weitere Belastung der Stromverbraucher sei unverantwortlich, so der BdSt. Die Koalition müsse ihre Beschlüsse überdenken und zumindest durch Entlastungen an anderer Stelle kompensieren. Hierzu solle die Stromsteuer oder die Mehrwertsteuer auf Strom sowie die EEG-Umlage gesenkt werden. Der Stromsteuersatz in Deutschland beträgt laut BdSt mehr als das 20-fache des EU-Mindeststeuersatzes. Daher bestünde hier ausreichend Entlastungsspielraum. Zudem sei nicht einzusehen, warum Strom als lebensnotwendiges Gut mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belastet wird. Hier sei die Anwendung des ermäßigten Satzes von sieben Prozent sachgerecht.


Verbraucher sorgen sich um Gesundheitsdaten

06/2015 - Digitale Armbänder, die den Blutdruck erfassen, Apps für Medikationspläne – die Internetwirtschaft erschließt den Gesundheitsbereich. Doch Verbraucher in Deutschland sind skeptisch: 82 Prozent haben etwas oder sogar große Bedenken, dass Gesundheitsdaten von Unberechtigten gelesen werden können. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der vzbv fordert zügig eine sichere, zentrale Infrastruktur, über die Verbraucher Gesundheitsdaten speichern und sich mit Ärzten austauschen können.

Klaus Müller, Vorstand des vzbv: „Die smarten Technologien können im Gesundheitswesen viel Nutzen bringen. Aber nur unter zwei Voraussetzungen. Der Datenschutz muss gerade bei diesem sensiblen Thema groß geschrieben werden. Und Patienten müssen Herr ihrer eigenen Daten sein und einen sicheren Zugang zu den Informationen erhalten.“

Während Internetkonzerne wie Apple und Google immer stärker auf Angebote rund ums Thema Gesundheit setzen, hinkt das Gesundheitswesen in Deutschland hinterher. Das geplante E-Health-Gesetz soll die Vernetzung aller Leistungserbringer beschleunigen. Statt vieler Einzelnetze wie bisher, soll es eine zentrale und vor allem sichere Telematikinfrastruktur geben. Über dieses Netz sollen künftig zum Beispiel Arztbriefe sicher elektronisch versandt werden, die heute per Post oder mitunter unverschlüsselt per E-Mail verschickt werden. Doch erst 2018 soll mit dem Notfalldatensatz, der für den Notfall wichtige Informationen über Patienten bereitstellt, die erste medizinisch nutzenstiftende Anwendung starten.

Problematisch: In der geplanten Telematikinfrastruktur, in die bereits rund eine Milliarde Euro aus Versichertengeldern geflossen sind, ist für Versicherte und Patienten bislang kein elektronischer Zugang vorgesehen. Sie können nicht einmal passiv auf ihre Daten zugreifen, geschweige denn selbst sicher mit Ärzten oder Therapeuten elektronisch kommunizieren. Die elektronische Gesundheitskarte ist kein Schlüssel zum System. Sie stellt nur sicher, dass zum Beispiel Ärzte mit der entsprechenden Berechtigung miteinander kommunizieren können.

Fehlt die Alternative, könnten künftig immer mehr Verbraucher zum Beispiel auf Gesundheitsapps setzen. Diese kleinen Programme sichern sich aber häufig Zugriffsrechte auf unnötig viele Daten. Das schafft Unsicherheit: In der Umfrage äußerten 44 Prozent der Befragten große und 38 Prozent etwas Bedenken, dass die Gesundheitsdaten für andere Zwecke missbraucht werden. Der vzbv fordert die Anbieter auf, den Datenschutz ernst zu nehmen. Die Programme sollten nur auf Daten zugreifen können, die für die Nutzung der App nötig sind, und informieren, zu welchem Zweck diese verwendet werden. Nutzer müssten die Zugriffsberechtigung verweigern oder deaktivieren können.

Zudem appelliert der vzbv an Bundesverbraucherminister Heiko Maas und Bundesinnenminister Thomas de Maizière sich in den Verhandlungen um die EU-Datenschutzverordnung für strenge Regelungen einsetzen. Die Verordnung müsse für alle Unternehmen gelten, die sich mit ihren Angeboten an europäische Verbraucher richten und somit auch nicht-europäische App-Betreiber in die Pflicht nehmen.


Welche Versicherungen jeder braucht und welche nicht

06/2015 - Einen leichtsinnigen Moment kann jeder einmal haben und sich dadurch im schlimmsten Fall finanziell ruinieren. Man eilt bei Rot kurz über die Straße, mehrere Autos weichen aus und prallen aufeinander. Die Kosten der Schäden und der gesundheitlichen Folgen muss der fahrlässige Verursacher zahlen. Durch teure medizinische Behandlungs- und Pflegekosten oder Schadenersatz können Forderungen in Millionenhöhe entstehen. Dagegen schützt eine private Haftpflichtversicherung, die die entstandenen Kosten übernimmt. Diese Versicherung sollte daher jeder haben, rät das gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin Finanztip. Etliche andere Versicherungen hingegen können Verbraucher sich sparen, sagen die Experten.

Der Bund der Versicherten zählt in Deutschland aktuell rund 457 Millionen Versicherungsverträge. Leider oft nicht die richtigen. "Die Deutschen haben zwar jede Menge Versicherungen, aber viele davon sind überteuert oder unnötig wie Handy- und Brillenversicherungen", sagt Finanztip-Expertin Annika Krempel. "Dafür fehlt in vielen Haushalten die unverzichtbare Absicherung gegen Schäden, die existenzbedrohend sind." Dazu gehört vor allem die private Haftpflichtversicherung, die jeder haben sollte.

"Neben einer Haftpflichtversicherung und der Krankenversicherung, die ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben", erklärt Krempel. Denn die niedrige gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht bei Weitem nicht aus, um den Lebensstandard zu halten, wenn man nicht mehr arbeiten kann. Für Immobilienbesitzer ist eine Wohngebäudeversicherung wichtig, und für Autofahrer ist die Kfz-Haftpflicht obligatorisch. Wer das Familieneinkommen absichern muss, der sollte eine Risikolebensversicherung abschließen, die Angehörige im Todesfall versorgt. Außerdem ist laut Finanztip eine Auslandsreise-Krankenversicherung, Krankentagegeld und eine Zahnzusatzversicherung empfehlenswert.

Manche Versicherungen werden Kunden angeboten, wenn sie ein neues Handy oder eine Brille kaufen oder eine Reise buchen. Diese Versicherungen sind meistens nicht sinnvoll und außerdem überteuert. "Man sollte sich nie bei einem Kauf eine Versicherung dazu andrehen lassen. Besser in Ruhe prüfen, ob man eine solche Police wirklich braucht und vor einem Abschluss erst vergleichen", erläutert Krempel. Eine Reisegepäck-, Glasbruch-, Sterbegeld- oder Restschuldversicherung können Verbraucher sich beispielsweise sparen. Auch von einer Kapital- oder fondsgebundenen Lebensversicherung rät Finanztip ab. Sie lohnt sich nicht wegen niedriger Zinsen und hoher Kosten.


NRW will Mietpreisbremse im Juli einführen

06/2015 - Nordrhein-Westfalen wird voraussichtlich zum 1. Juli 2015 die neue Mietpreisbremse einführen. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf das Wohnungs- und Bauministerium des Landes. Demnach will das Kabinett im Juni auf Grundlage eines bereits vorliegenden Gutachtens über die Regionen entscheiden, in denen die Mietpreisbremse gelten soll. Auf die Frage, wo die Einführung am wahrscheinlichsten sei, sagte ein Vertreter des Ministeriums der Zeitung: "In den bekannten Ballungsräumen, zum Beispiel an der Rheinschiene."

Im Auftrag der "Rheinischen Post" hat das Bonner Forschungsinstitut Empirica eine aktuelle Rangliste der für Mieter teuersten Städte in NRW erstellt. Danach kostete in Köln im ersten Quartal 2015 jede zweite neu vermietete Wohnung mindestens 9,74 Euro pro Quadratmeter im Monat (mit starken Ausreißern nach oben), in Düsseldorf als zweitteuerster Stadt von NRW verlangten die Vermieter laut Empirica für jede zweite Wohnung mindestens 9,09 Euro. Im ersten Quartal 2012 lagen die Vergleichswerte in Köln noch bei mindestens 8,52 Euro für jede zweite Wohnung, in Düsseldorf bei 8,49 Euro für jede zweite angebotene Wohnung.

Für Münster liegen die Werte in 2015 bei 8,80 Euro (8,14 Euro in 2012), in Bonn bei 8,70 Euro (8,00 in 2012), in Leverkusen bei 7,00 Euro (6,53 Euro in 2012), in der Region Aachen bei 6,78 Euro (6,23 Euro in 2012), in Bielefeld bei 6,35 Euro (5,70 Euro in 2012), in Krefeld bei 6,11 Euro (5,66 Euro 2012), in Solingen bei 6,08 Euro (5,77 Euro 2012), in Essen bei 6,00 Euro (5,59 Euro in 2012). (jeweils Nettokaltmieten; nur Gebäude, die älter als zwei Jahre sind, ohne möblierte Wohnungen).


Im Notfall hilft eine Vorsorgevollmacht

05/2015 - Alter, Unfall oder schlimme Krankheit: Jeder kann in die Lage kommen, seine Bankangelegenheiten nicht mehr selbst regeln zu können. Wer kümmert sich dann um Überweisungen, Daueraufträge und alle anderen Bankgeschäfte, die der Betroffene nicht mehr selbst erledigen kann? Um die gerichtliche Bestellung eines Betreuers zu vermeiden, gilt es frühzeitig vorzusorgen, denn Angehörige des Hilfsbedürftigen, ob Ehepartner oder Kinder, sind im Notfall nicht automatisch zur Regelung der Vermögensangelegenheiten berechtigt.

Hier hilft die von Banken als Vordruck angebotene „Konto-/Depotvollmacht – Vorsorgevollmacht“, die ein hohes Maß an Selbstbestimmung bietet. Dabei handelt es sich explizit nicht um eine Generalvollmacht, sondern um eine Vollmacht, die ausschließlich zur Durchführung von solchen Bankgeschäften berechtigt, die im Wortlaut der Vollmacht genau aufgeführt sind. Man kann die Person, die einen im Ernstfall vertreten soll – z. B. Angehörige oder Freunde – selbst auswählen. Der Bevollmächtigte darf z.B. über Guthaben etwa durch Überweisungen, Barabhebungen oder Schecks verfügen und für den Kontoinhaber Rechnungen bezahlen. Er darf zwar auch Kredite, die dem Kontoinhaber eingeräumt worden sind, in Anspruch nehmen, ist jedoch nicht zum Abschluss von „neuen“ Kreditverträgen ermächtigt. Die Vollmacht ist zugleich Depotvollmacht. Deshalb darf der Bevollmächtigte zwar die Auslieferung von Wertpapieren verlangen und Wertpapierkauf und -verkaufsaufträge zu Lasten des Depots bzw. Kontos veranlassen, allerdings hat er keine Zugriffsrechte auf depotmäßig verwahrte Gegenstände (z. B. Lebensversicherungen) und darf keine Termingeschäfte (Börsen- und Devisentermingeschäfte) tätigen.

Um eine Vorsorgevollmacht zu erteilen, sollte der Kontoinhaber gemeinsam mit der Vertrauensperson, der die Vollmacht erteilt werden soll, die Bank aufsuchen. So können nach einem „Ernstfall“ gar nicht erst Zweifel aufkommen. Ab der Erteilung der Vollmacht gilt sie als wirksam. Der Bevollmächtigte kann dann – unabhängig von internen Absprachen – sofort über das Konto verfügen.

Wichtig: Die Bank prüft nicht, ab wann und unter welchen Voraussetzungen der Bevollmächtigte von der Vollmacht Gebrauch machen kann. Sie prüft auch nicht, ob der „Vorsorgefall“ beim Kontoinhaber eingetreten ist. Damit trägt dieser grundsätzlich selbst das Risiko eines Missbrauchs. Es sollte deshalb nur eine vertrauenswürdige Person als Bevollmächtigter ausgewählt werden.

Die Vollmacht ist zeitlich nicht befristet. Sie kann vom Kontoinhaber jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen werden. Darüber sollte die Bank unverzüglich – am besten schriftlich – informiert werden. Sollte der Kontoinhaber sterben, erlischt die Vollmacht nicht, sondern bleibt auch für die Erben in Kraft, die ggf. widerrufen müssen.


So warm, so gut?

05/2015 - Erneuerbare Energien sind die Zukunft. Sie sind klimafreundlich, potenziell unerschöpflich und unabhängig von den Preisentwicklungen auf internationalen Energiemärkten. Auch mehr und mehr Verbraucher wollen von diesen Vorzügen profitieren - mit Solaranlagen, Pelletheizungen oder Wärmepumpen fürs eigene Zuhause. Doch wie sinnvoll sind diese Investitionen für private Haushalte tatsächlich, wie klimafreundlich und wie wirtschaftlich? Diese Fragen beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit der bundesweiten Beratungsaktion "So warm, so gut? Heizen mit erneuerbaren Energien".

Denn nicht jede Technologie passt zu jedem Haus und jedem Bedürfnis. "Solaranlagen auf Dächern, die im Schatten liegen, Pelletheizungen ohne ausreichende Lagermöglichkeiten für den Brennstoff oder eine Luftwärmepumpe bei hoher Warmwassertemperatur und -verbrauch - in diesen Fällen ist Frust vorprogrammiert", erläutert Stefan Materne, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale. "Hier soll unsere Beratungsaktion Abhilfe schaffen. Unsere Experten prüfen, welche Technologien im individuellen Fall geeignet sind, wie wirtschaftlich verschiedene Alternativen sind und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Wer schon Angebote eingeholt hat, kann sie gleich zur Beratung mitbringen und analysieren lassen."

Die Aktion richtet sich an alle privaten Verbraucher. Die persönliche Beratung findet nach Terminvereinbarung unter 0800 - 809 802 400 (kostenfrei) in der nächstgelegenen Beratungsstelle statt. Den Gutschein zur Aktion erhalten Interessierte in einer Beratungsstelle oder als Download auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Aktion endet am 12.06.2015.


Vorkaufsrecht achten

05/2015 - Wenn für eine Mietwohnung ein Vorkaufsrecht besteht, dann sollte der Eigentümer nicht einfach darüber hinweg gehen. Sonst droht ihm nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS, dass er im Nachhinein gegenüber dem benachteiligten Mieter Schadenersatz leisten muss. (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen VIII ZR 51/14)

Der Fall: Eine Mieterin hätte nach eigenen Angaben großes Interesse daran gehabt, ihre Wohnung vom Eigentümer zu erwerben. Ein entsprechendes Vorkaufsrecht bestand auch tatsächlich. Doch statt die Mieterin frühzeitig über die von ihm beabsichtigte Veräußerung der Immobilie zu informieren, schloss er einen Vertrag mit einem anderen Interessenten. Dieser wiederum bot nach dem Abschluss des Geschäfts seinerseits der Mieterin den Kauf der Wohnung an, was diese auch annahm. Allerdings zahlte sie dabei - im Vergleich zum vorherigen Verkauf - erheblich drauf. Der Unterschied betrug etwa 80.000 Euro. Diesen Betrag forderte sie als Schadenersatz vom ursprünglichen Eigentümer.

Das Urteil: Der Bundesgerichtshof sprach der Betroffenen grundsätzlich eine Geldentschädigung zu. Sie sei beim (ersten) Verkauf der Wohnung trotz eines bestehenden Vorkaufsrechts übergangen worden und habe deswegen einen Anspruch gegenüber dem Eigentümer. Über die exakte Summe entschied der BGH nicht, zu diesem Zweck wurde das Verfahren noch einmal an das zuständige Landgericht zurücküberwiesen.


Bezahlen mit Smartwatches: Verbraucher sind skeptisch

04/2015 - Mobiles Bezahlen mit einer Smartwatch ist laut einer GfK-Umfrage bisher nur für durchschnittlich 35 Prozent der Verbraucher in Deutschland, den USA, China, Südkorea und Großbritannien interessant. Eine weitere qualitative Untersuchung von GfK zeigt Gründe für diese Skepsis.

Die Mehrheit der Verbraucher sieht den Nutzen der neuen Smartwatches vor allem in der Fitness- und Gesundheitskontrolle. Für den Einsatz bei Zahlungsvorgängen zeigen in Deutschland nur 20 Prozent der Befragten konkretes Nutzungsinteresse. Auch in Südkorea (28 Prozent) und Großbritannien (27 Prozent) äußern sich die Verbraucher zurückhaltend gegenüber dieser Option. Mehr Enthusiasmus äußern die amerikanischen Verbraucher. Insgesamt 40 Prozent der Befragten zeigen sich dort interessiert. In einem Workshop von GfK-Experten zum Nutzungsverhalten mit Teilnehmern aus Großbritannien identifizierten die Beteiligten drei wesentliche Hemmnisse. Zum einen befürchten sie, dass das Bezahlen mit einer Smartwatch nicht sicher sein könnte. Außerdem glauben die Studienteilnehmer, dass diese Bezahlfunktion noch zu wenig akzeptiert ist und mehr Zeit in Anspruch nimmt als Bar- oder Kartenzahlung. Nicht klar ist zudem der Zusatznutzen gegenüber anderen Zahlungsmethoden.


Provisionen aus Publikumsfonds

04/2015 - Schätzungsweise zwei bis drei Milliarden Euro Provisionen für gemanagte Investmentfonds kassieren Banken jährlich. Diese Provisionen stehen nach Ansicht von Verbraucherschützern nicht den Banken zu, sondern den Fondsanlegern. Um möglichen Ansprüchen von Anlegern in der Zukunft vorzubeugen, haben einige Banken bereits ihre Bedingungen für Wertpapiergeschäfte geändert. Aktuell führen aktuell viele Sparkassen neue Bedingungen ein. Ihre Kunden haben noch bis zum 15. April Zeit, dagegen Widerspruch einzulegen. Wenn sie nichts tun, akzeptieren sie den Verzicht auf alle Provisionen auch in der Zukunft. Darauf weisen die Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hin.

Wer einen gemanagten Investmentfonds kauft, zahlt in der Regel einen Ausgabeaufschlag und danach jährliche Kosten. Darin stecken auch Provisionen für Banken und Vermittler. An diese fließen Jahr für Jahr aus deutschen Publikumsfonds mehrere Milliarden Euro. Die genaue Summe ist nicht bekannt, denn das Provisionsgeschäft blüht weitgehend im Verborgenen. Fondsanleger zahlen unabhängig davon, ob sie überhaupt eine Beratung oder auch nur Vermittlung in Anspruch genommen haben. Nach Überzeugung des vzbv stehen die Provisionen nicht den Banken, sondern den Fondsanlegern zu. Ein höchstrichterliches Urteil zu dieser Frage gibt es aber noch nicht. Dennoch haben viele Banken bereits reagiert, aktuell viele Sparkassen. Im Falle eines Widerspruchs droht die Kündigung des Depots durch das Institut. Der vzbv rät zum Widerspruch und stellt auf seinem Portal unter www.verbraucherzentrale.de/provisionen drei Musterbriefe zur Verfügung. Finanztest sagt unter www.test.de/provisionen was Anleger, denen das Depot gekündigt wurde, tun können, was bei der Suche nach einer neuen Depotbank zu beachten ist und wie man Bestandsprovisionen einfach umgehen kann.

ETF sind börsengehandelte Indexfonds. Sie sind kostengünstig und Anleger müssen sich nicht viel damit beschäftigen. Sie entwickeln sich ähnlich wie der Markt. In den vergangenen 30 Jahren stieg der Weltaktienmarkt im Schnitt um 7,7 Prozent pro Jahr.

Hingegen schafften nur 26 Prozent der gemanagten Aktienfonds Europa seit Beginn der Finanzkrise mehr Rendite als der Index MSCI Europa. Bei den gemanagten Aktienfonds Welt liegen sogar nur 4 Prozent über dem MSCI Welt. Finanztest stellt die besten gemanagten Fonds vor.

Die Finanztest-Analyse zeigt auch: Filialbank- oder Sparkassenkunden, die nur aus den verbundeigenen Fondsgesellschaften auswählen können, erwischen eher einen mittelmäßigen Fonds als einen Top-Fonds. Bankkunden sollten daher gezielt nach ETF oder guten Aktienfonds fragen.


Energielabel muss verständlicher werden

04/2015 - Beim Kauf eines neuen Haushaltsgeräts achtet mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher (57 Prozent) auf das Energielabel mit den Effizienzklassen A+++ bis G. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Doch das Energielabel ist nicht so eindeutig, wie die Farbskala nahelegt: Für jede Produktgruppe gelten unterschiedliche Regeln. Das macht es Verbrauchern schwer, den Überblick zu behalten. Zu diesem Schluss kommt ein Marktcheck des vzbv und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

„Das Energielabel ist alles andere als einfach. Galt früher Klasse A als guter Tipp, ist diese Kennzeichnung heute nicht mehr viel wert“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Weil Haushaltsgeräte immer effizienter werden, gibt es die Zusatznoten A+++, A++ und A+. Eine einheitliche Skala für alle Geräte fehlt aber. Während bei neuen Staubsaugern die besten Geräte die Klasse A tragen, ist A+ bei Waschmaschinen bereits die schlechteste Kategorie, die überhaupt noch neu in den Handel kommen darf. Das wissen aber die Verbraucher nicht: Laut aktueller forsa-Umfrage meinen mehr als drei Viertel (77 Prozent), dass eine Waschmaschine der Klasse A+ ein sehr energiesparendes Haushaltsgerät sei. Dass es die schlechteste Klasse auf dem Markt ist, zeigt das Label nicht. Es informiert nicht darüber, welche Effizienzklassen überhaupt noch angeboten werden. „Wenn in der Schule nur Noten zwischen 1+, 1 und 1- vergeben werden, was sind diese Bewertungen dann wirklich wert?“, so Müller. „Wir brauchen für das Energielabel wieder eine einheitliche und leicht verständliche Skala, die für alle Geräte gilt.“


Stiftung Warentest: Gemanagte Fonds übertreffen Index nur selten

03/2015 - Wer sich nicht dauerhaft mit Minirenditen bescheiden will, braucht Aktienfonds. Die Stiftung Warentest hat jetzt überprüft, welche Fonds und Anlagestrategien sich auch für besonnene Anleger und Einsteiger eignen. Meist fahren diese am besten mit marktbreiten Indexfonds. Wer aktiv gemanagte Fonds wählt, sollte in risikoarme Fonds investieren.

Finanztest hat überprüft, welche Anlagestrategien bei Aktienfonds Welt und Europa im vergangenen Jahr am erfolgreichsten gewesen sind. Unter sieben aktiven Anlageideen behauptete sich die am besten, die vor allem auf risikoarme Fonds setzt. Die Strategie, auf Renditesieger des Vorjahres zu setzen, hätte 2014 am schlechtesten abgeschnitten. Die höchsten Zuwächse gab es allerdings mit marktbreiten Welt-ETF (17,2 Prozent), Europa-ETF lagen im vergangenen Jahr im Mittelfeld.

ETF sind börsengehandelte Indexfonds. Sie sind kostengünstig und Anleger müssen sich nicht viel damit beschäftigen. Sie entwickeln sich ähnlich wie der Markt. In den vergangenen 30 Jahren stieg der Weltaktienmarkt im Schnitt um 7,7 Prozent pro Jahr.

Hingegen schafften nur 26 Prozent der gemanagten Aktienfonds Europa seit Beginn der Finanzkrise mehr Rendite als der Index MSCI Europa. Bei den gemanagten Aktienfonds Welt liegen sogar nur 4 Prozent über dem MSCI Welt. Finanztest stellt die besten gemanagten Fonds vor.

Die Finanztest-Analyse zeigt auch: Filialbank- oder Sparkassenkunden, die nur aus den verbundeigenen Fondsgesellschaften auswählen können, erwischen eher einen mittelmäßigen Fonds als einen Top-Fonds. Bankkunden sollten daher gezielt nach ETF oder guten Aktienfonds fragen.


Studie Urlaub 2015: Abenteurer oder Wiederholungstäter?

03/2015 - Eine große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) hegt einen langersehnten Reisetraum, den sich bisher lediglich sechs Prozent erfüllt haben. Das ergab eine aktuelle Studie von lastminute.de, dem Experten für Spontanurlaub. Diese zeigt auch, dass fast dreiviertel der Befragten (73 Prozent) ein und denselben Urlaub gleich mehrmals machen. Immerhin jeder Vierte (25 Prozent) ist fest entschlossen, sich seinen Traumtrip dieses Jahr zu erfüllen, bei den 18- bis 24-jährigen sind es sogar satte 32 Prozent. Und knapp Sieben von Zehn (69 Prozent) möchten 2015 in Bezug auf ihre Urlaubsplanung abenteuerlustiger werden. Sieben Prozent nehmen das mehr als wortwörtlich - sie würden am liebsten zum Mond oder ins Weltall fliegen.

Der Spitzenreiter unter den unerfüllten Reiseträumen der Deutschen ist der Trip zu allen Lieblingsdestinationen auf einmal (30 Prozent). Eine Weltreise ist für ein Viertel der Befragten ein Herzenswunsch. Knapp dahinter und somit Platz drei der Top 5 - die einsame Insel mit den perfekten Traumstränden (25 Prozent). Der Aufenthalt in einem ultimativen Luxushotel lässt bei 16 Prozent das Herz höher schlagen und ein Urlaub weit weg von der Zivilisation ist für mehr als jeden Zehnten (13 Prozent) etwas, das er sich gerne einmal erfüllen möchte. Interessant: Frauen scheinen während des Urlaubs eher das Abenteuer zu suchen als Männer. Für weit mehr als jede zehnte weibliche Befragte ist eine Begegnung mit einem wilden Tier aus nächster Nähe ein lang gehegter Urlaubstraum (zwölf Prozent). Dies trifft für lediglich sieben Prozent der Männer hierzulande zu. Vielleicht finden auch deswegen dreiviertel aller befragten Frauen, sie wären 2014 in Bezug auf den Urlaub abenteuerlustig genug gewesen (75 Prozent gegenüber 69 Prozent bei Männern).


Nur bei 13 Prozent aller Paare ist die Frau die Hauptverdienerin

03/2015 - 599,3 Im Jahr 2013 verdiente bei 13 % der Paare in Deutschland die Frau mehr als ihr Ehe- oder Lebenspartner. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2015 mit. Bei 10 % der Paare hatten die Partner ein ähnlich hohes Einkommen. Ganz überwiegend (77 %) erzielte jedoch der Mann das höchste Einkommen im Haushalt. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Im Jahr 2003 hatte bei 11 % der Paare die Frau das höhere Einkommen bezogen.

Unter den nichtehelichen Lebensgemeinschaften war mit 24 % der Anteil der Frauen, die ein höheres Einkommen als ihre Partner erzielten, deutlich höher als bei Ehepaaren (12 %). Mit 21 % war in Ostdeutschland der Anteil der Paare, bei denen die Frau mehr verdiente als ihr Partner, höher als in Westdeutschland. Hier lag dieser Anteil nur bei 11 %. Bei Paaren mit Kindern waren mit 11 % Frauen seltener die Haupternährerin in der Familie als bei Paaren, in deren Haushalt keine Kinder (mehr) lebten (15 %).


Mehrheit hält mobiles Bezahlen für unsicher

02/2015 - 40 Prozent der Deutschen steuern für Informationen und Anfragen am liebsten Online-Angebote von Banken an. Doch wenn es um Vertragsabschlüsse geht, möchte die große Mehrheit auf das persönliche Beratungsgespräch nicht verzichten, vor allem bei komplexeren Produkten. Bei Kontoeröffnungen und Wertpapierhandel sehen die Kunden dagegen durchaus Vorteile in Online-Lösungen. Skeptisch sehen sie bisher noch das mobile Bezahlen: Erst 13 Prozent der Bundesbürger nutzen Angebote wie Girogo, Google Wallet oder Yapital. Ein Viertel plant die Nutzung von Apps zum kontaktlosen Bezahlen mit Smartphone oder Kreditkarte. 43 Prozent lehnen diesen Trend jedoch strikt ab, 22 Prozent kennen die Angebote nach eigener Aussage nicht ausreichend. Dies sind Ergebnisse der Studie "Omnikanalbanking" der TARGOBANK, für die 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden.


Bis Ende Februar Zinsen abheben

02/2015 - 599,3 Milliarden Euro haben deutsche Privatanleger in Form von Spareinlagen auf ihren Konten. Und auch wenn sie dafür kaum noch Zinsen mehr bekommen, so lassen sich Sparer doch gerne zu Beginn des Jahres ihre Zinsen gutschreiben. Dabei gilt: Zinsen aus Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist können in der Regel nur bis Ende Februar abgehoben werden. Ansonsten liegen sie ebenso lange fest wie das eigentliche Guthaben. Verfügungen nach diesem Termin behandeln die Kreditinstitute als vorzeitige Kapitalrückzahlung, für die der Kunde eine Zinsminderung in Kauf nehmen muss.

Bankkunden können vom gewöhnlichen Sparbuch oder Sparkonto mit dreimonatiger Kündigungsfrist jeden Monat bis zu 2.000 Euro ohne Kündigung des Sparguthabens abheben. Auch hier gilt: Zinsen aus dem vergangenen Jahr, die bis Ende Februar nicht abgehoben sind, werden dem Kapital zugeschlagen. Sparbuchbesitzer können also noch bis zum 28. Februar 2015 zusätzlich zu den 2.000 Euro die für das Jahr 2012 gutgeschriebenen Zinsen schadlos abheben. Anfang März werden die Zinsen dem Sparguthaben zugerechnet. Dann gilt wieder ausschließlich die 2.000-Euro-Regelung.


Reisebüros sind wieder im Kommen

02/2015 - Wer im Reisebüro bucht, zahlt in der Regel nicht mehr als Onlinekunden und kann eine Menge Zeit sparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Februar-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie die Beratung von 15 überregional bedeutenden Reisebüroanbietern getestet hat. Außerdem hat sie die Preise der angebotenen Reisen mit den entsprechenden Onlineangeboten verglichen.

Angeblich günstigere Preise aber auch schlechte Erfahrungen trieben in den vergangenen Jahren immer mehr Kunden zu Onlineanbietern. Jetzt scheint sich der Trend zu drehen, die Zahl der Reisebüros steigt wieder und mehr als zwei Drittel der Reisen buchen die Bundesbürger im Laden. Mit gutem Grund, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat.

Zehn der Anbieter, die bundesweit als Kette, Franchisepartner oder in Kooperation unter einem gemeinsamen Namen auftreten, schneiden „gut“ ab, vier „befriedigend“, nur einer war „ausreichend“. Bei diesem Anbieter gibt es bei den einzelnen Filialen offensichtlich unterschiedliche Auffassungen darüber, ob es sich um einen reinen Last-Minute-Anbieter oder ein Reisebüro mit breitem Angebot handelt.

Die Preise der ermittelten Kreuzfahrten, Pauschal-, Last-Minute- oder Rundreisen lagen bei den Reisebüros nicht höher als bei den entsprechenden Onlineangeboten. Bei den Fernreisen, die teilweise aus mehreren Komponenten bestanden, gab es oft kein exakt vergleichbares Angebot im Internet.


Frohes neues Jahr!

01/2015 - Das Team der Steuerberatungskanzlei Huesmann & Pfingstmann wünscht allen Mandanten, Kunden, Geschäftspartnern und Freunden Glück, Gesundheit und gute Geschäfte in 2015!


Zinstief drückt Anleger-Stimmung

01/2015 - Zwei Drittel der Anleger sind mit der Wertentwicklung ihrer Geldanlage im zurückliegenden Jahr nicht zufrieden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der GfK im Auftrag des Bankenverbandes. Seit 2012 ist die Unzufriedenheit der Anleger damit deutlich gestiegen, von damals 48 Prozent auf aktuell 66 Prozent. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, überrascht dies nicht: „Wir befinden uns in einer extremen Niedrigzinsphase. Das drückt die Renditen gerade der klassischen Anlagen, die bei den risikoscheuen deutschen Sparern sehr beliebt sind.“ Dies werde sich wohl auch in absehbarer Zeit nicht ändern, so Kemmer, denn – wie die Umfrage weiter ergab: „Neun von zehn Deutschen können sich auch künftig nicht vorstellen, für größere Renditechancen ein höheres Risiko bei ihrer Geldanlage einzugehen.

Der Appell an die Sparer und Anleger, so Kemmer müsse aber lauten, ihre Finanzstrategie der gegenwärtigen Zinssituation anzupassen. „Wenn die Deutschen weiterhin den größten Teil ihres Geldvermögens auf Giro-, Tages- oder Sparkonten parken bzw. in Form von Bargeld halten, verpassen sie die Chance auf eine höhere und auch nach Abzug der Inflationsrate positive Rendite.“ Hier zeige sich auch wieder, wie wenig ausgeprägt die Aktienkultur in Deutschland sei. Gerade auch mit Hinblick auf die Altersvorsorge wäre dies problematisch.

Tages- und Festgelder waren der aktuellen Umfrage zufolge 2014 die bevorzugten Anlageformen der Deutschen (insgesamt 35 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). Es folgen Sparkonten bzw. Sparpläne mit 24 Prozent. Börsennotierte Anlagen wie Fondsanteile oder Aktien folgten erst mit einigem Abstand: 17 Prozent der Befragten gaben an, bevorzugt in Fondsanteile und nur 12 Prozent in Aktien investiert zu haben. Immobilien standen bei 15 Prozent der Anleger im Fokus. Festverzinsliche Wertpapiere und Gold spielten in diesem Jahr mit jeweils 6 Prozent bei den Deutschen keine größere Rolle.

Auch mit Blick auf 2015 liebäugelt fast jeder zweite Deutsche damit, Geld auf Tages- oder Festgeldkonten anzulegen. 38 Prozent der Befragten würden eine Immobilie bevorzugen, wenn sie einen größeren Geldbetrag zur Verfügung hätten. Weitere Anlagemöglichkeiten liegen auf der Beliebtheitsskala nahezu gleichauf: 19 Prozent der Befragten würden 2015 Aktien, 18 Prozent Fondsanteile, 16 Prozent Gold und 15 Prozent festverzinsliche Wertpapiere bevorzugen.

Die aktuelle Umfrage des Bankenverbandes zur Geldanlage 2014/2015 wurde von der GfK Nürnberg im Dezember 2014 erhoben und ist repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland.


Worauf Hausbesitzer im Winter achten sollten

01/2015 - Raues Winterwetter geht nicht nur Menschen, sondern manchmal auch Gebäuden oder Materialien an die Substanz. Um das zu vermeiden, machen drei Viertel der deutschen Hausbesitzer (76 Prozent) Leitungen im Freien frostsicher, 71 Prozent lagern Streugut oder Tausalz ein und knapp zwei Drittel (65 Prozent) säubern die Dachrinnen.

Das hat jetzt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt ergeben. Versicherungsexperte Bernd Kaiser gibt Tipps, die Hausbesitzer vor dem Wintereinbruch beachten sollten. Wer sein Zuhause gründlich auf Eis und Schnee vorbereitet, vermeidet Ärger und spart eventuell sogar Geld. Daher sollte jeder Eigenheimbesitzer vor dem Wintereinbruch Schwachstellen an seiner Immobilie beheben und rechtzeitig für den nötigen Schutz sorgen.

Gerade einmal 40 Prozent der deutschen Hausbesitzer überprüfen und reparieren laut forsa-Umfrage ihre Fensterdichtungen. Wenn Fenster und Türen undicht sind, entweicht die warme Heizungsluft und die Wände kühlen aus. Das treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern schädigt auch das Haus: Denn in den kühlen Wänden bildet sich schneller Kondenswasser - die Gefahr, dass Schimmel entsteht, steigt. Undichte Fenster müssen nachjustiert werden. Außerdem sollten Hausbesitzer die Gummidichtungen regelmäßig erneuern, um langfristige Schäden zu vermeiden.

71 Prozent der Hausbesitzer lagern bei ihrer Vorbereitung auf den Winter Streugut ein, um Eis- und Schneeglätte den Kampf anzusagen. Fürs Räumen der Gehwege um ihr Grundstück sind grundsätzlich Eigentümer verantwortlich. "Im Mietvertrag kann aber auch festgelegt werden, dass die Streu- und Räumpflicht auf den Mieter übertragen wird", sagt CosmosDirekt-Versicherungsexperte Bernd Kaiser.

Ihre Streupflicht sollten Besitzer oder Bewohner nicht auf die leichte Schulter nehmen: Verletzt sich ein Fußgänger beim Sturz auf eisglattem Gehsteig, weil nicht ausreichend geräumt oder gestreut wurde, kann das finanzielle Folgen haben. "Bei Glätteunfällen vor der Haustür ist der Verantwortliche gesetzlich verpflichtet, Ersatz zu leisten - und das unbegrenzt und ein Leben lang", so Bernd Kaiser. Daher empfiehlt der Versicherungsexperte die richtige Police. Für Besitzer von Einfamilienhäusern ist es die Privat-Haftpflichtversicherung. Eigentümer vermieteter Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser sollten über eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung verfügen.


65 Gesetzliche Krankenkassen senken Beiträge, 8 erhöhen

01/2015 - Seit dem 1. Januar 2015 dürfen die gesetzlichen Krankenkassen den seit 2009 geltenden Einheitsbeitrag ändern. Jetzt stehen die Beiträge fest: 65 Kassen haben gesenkt, 8 Kassen erhöht. Die Beitragsspanne liegt zwischen 14,6 und 15,9 Prozent. Mit einem Wechsel können je nach Einkommen und Beitragssatz der Kasse bis über 450 Euro im Jahr gespart werden, meldet das Internetportal der Stiftung Warentest, test.de.

Die 124 gesetzlichen Krankenkassen dürfen den bislang geltenden Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent senken oder auch erhöhen. Ein Wechsel der Kasse kann dadurch wieder Kosten sparen. Verdient jemand 4.125 Euro brutto im Monat, spart er in einer Kasse mit 14,6 Prozent Beitragssatz gegenüber einer mit 15,5 Prozent fast 450 Euro pro Jahr. Bei 2.000 Euro Verdienst bringt ein Wechsel immerhin noch ein Plus von mehr als 200 Euro.

Der Umstieg ist kinderleicht. Nimmt eine Kasse ab 2015 einen Zusatzbeitrag, können Versicherte wechseln. Die Frist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wer noch im Januar kündigt, ist also schon ab April in seiner neuen Kasse. Keine Kasse darf gesetzlich Versicherte ablehnen.

Alle Infos zu Beiträgen und Leistungen von 76 geöffneten Kassen, in denen fast 97 Prozent aller Beitragszahler versichert sind, bietet der Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen unter www.test.de/krankenkassen.